Theoriearchitektur / Thema III von VI
Wirtschaft als System mit Gestalt
Die logic of choice versteht Allokation als simultane Optimierung über alles, was zur Verfügung steht. In der Wirklichkeit erfolgt Allokation dagegen als katallaktischer, also marktwirtschaftlicher Prozess über die Zeit.
Dieser Prozess besitzt Gestalt und bedarf der Gestaltung. Seine Gestalt emergiert aus der Gesellschaft, vor allem aus dem Tausch gegen Geld. Es handelt sich um einen intersubjektiven, nicht-deterministischen, dennoch objektivierenden Prozess.
Die Gestaltung erfolgt durch Menschen und Institutionen, die Teilnehmer dieses Prozesses sind und zugleich über diesem Prozess stehen. Die zentrale Institution ist der Staat. Staatliches Handeln beansprucht Zwangsgeltung. Der Staat ist nicht primär Schöpfer der gesellschaftlichen Ordnung, er ist ihr Hüter und Pfleger. Aufgrund seiner Macht kann er sie allerdings auch beschädigen oder zerstören.
Leitsätze
Allokation geschieht in der Zeit und durch gesellschaftliche Prozesse.
Wirtschaftliche Ordnung emergiert und hat Gestalt.
Der Staat gestaltet dies Gestalt. Er kann sie hüten, aber auch zerstören.